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Album der Woche: Katy Perry – One of the Boys

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Es gibt wohl kaum ein Land, das in sich so gespalten ist wie die USA. Auf der einen Seite die konservativen Republikaner, auf der anderen Seite die liberalen Demokraten. Auf der einen Seite die aufgeschlossenen Großstädter, auf der anderen Seite die in sich zurückgezogene Landbevölkerung. Auf der einen Seite die weit verbreitete Pornoindustrie, auf der anderen Seite die Hardliner, die ein Verbot von Kondomen fordern. Man könnte die Liste ewig fortführen, doch sollte klar sein, worum es geht: Die USA sind ein wenig bigott.

Daher verwundert es auch nicht, dass eine Katy Perry für einen der größten medialen Skandale 2008 sorgte. Sie veröffentlichte letzten Sommer ihre erste Single „I kissed a Girl“ und besang darin, wie es war, eine Frau zu küssen. Prüde Teile Amerikas forderten, den Song aus dem Radio zu verbannen, schließlich geht es darin um homosexuelle Erfahrungen. Wie furchtbar! Pikant ist, dass Katy Perry selbst aus einem sehr konservativen und gottesfürchtigen Haushalt stammt und ihre Mutter mehrfach zitiert wurde, schlimm sie das alles finde.

„I kissed a Girl“ wurde zum Welt-Hit und erreichte in vielen Ländern die Spitze der Charts. Viele dachten an das pseudo-lesbische russische Duo t.A.t.U. und daran, wie kurz deren Karriere hielt. Sollte Katy Perry das gleiche Schicksal widerfahren? Die Zweifel wurden mit der Veröffentlichung des Album „One of the Boys“ ausgeräumt. Die Platte bietet eine ungeheure Vielfalt an potenziellen Hits und auch eine große stilistische Vielfalt zwischen sanftem Pop und frechem Pop-Rock. Dass auch die zweite Single „Hot N Cold“ den ersten Platz der deutschen Singles-Charts erreichte, gilt als weiteres Beleg, dass die Sängerin sich etablieren wird.

Katy Perry erinnert nicht nur stimmlich an P!nk sondern auch in ihrer Inszenierung. Katy Perry könnte langfristig sogar eine noch größere Karriere hinlegen, schließlich sieht sie – wie Dieter Bohlen sagen würde – aus wie eine “Granate”. Und dass der optische Faktor im Entertainment-Business viel wert ist, sollten wir nicht vergessen.


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