
Stefan Raab ist ein Mensch, an dem sich die Geister scheiden. Und das zu Recht. Seine Witze sind bisweilen derart debil, dass man sich fragt, wie Raab ohne schlechtes Gewissen über sie lachen kann – als Einziger wohlgemerkt. Seine Klamotten verdienen kaum das Attribut “modisch”, und auf seine Gästen geht der Moderator auch kaum ein. Eines aber kann man dem Moderator nicht vorwerfen: Dass er von Musik keine Ahnung habe. Anders als bei den Casting-Formaten “Popstars” und “Deutschland sucht den Superstar” erhalten die Sieger von Raabs Formaten nicht nur die nötige Unterstützung sondern auch Zeit. Davon profitierte auch Max Mutze. Mit dem Sieg bei Raabs erster Casting-Show und dem Hit „Just can’t wait until tonight“ im Gepäck holte er 2004 die letzte respektable Platzierung (achter Rang), die ein Deutscher beim Eurovision Song Contest erreichen konnte.
Mittlerweile gehen Raab und Mutzke getrennte Wege – sind aber einander trotzdem freundschaftlich verbunden. Mit „Black Forrest“ hat Max Mutze sein erstes komplett auf Englisch gesungenes Album veröffentlicht. Produziert wurde es von Michael Kersting und Oliver Rüger, die auch schon für Sascha und Cosmo Klein das ein oder andere Mal an den Reglern saßen. Auf seinem dritten Album zeigt sich Max Mutzke in all seinen Facetten: Rockig, soulig und auch popig. Scheinbar mühelos beherrscht er jedes Genre. Seine Stimme, die ihm einst den Sieg bei Raab brachte, ist nach wie vor seine größte Stärke: kräftig und unverwechselbar dröhnt sie aus den Boxen.
Mutzkes größtes Problem aber löst sich auch auf „Black Forrest“ nicht in Luft auf: fehlendes Charisma. Dass dieses nicht immer vonnöten ist, bleibt unbestritten. Mutzkes Musik wird durch diesen Mangel nicht schlechter. Die Abverkaufszahlen seiner Alben – wie die Vergangenheit und auch die Gegenwart zeigt – aber auch nicht besser.




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