Was haben Dolce & Gabbana, Prada, Armani, Porsche und Boss gemeinsam? Natürlich sind es allesamt Marken mit Stil, aber viel interessanter ist: Sie alle entwerfen nicht nur eigene Mode oder Autos, sondern seit kurzer Zeit auch eigene Handys oder sogar Fernseher.
Begonnen hat alles mit Dolce & Gabbana irgendwann im Juni 2006. Da stellte man sich scheinbar die Frage: “Womit drücken wir Status und Marke in einem aus?”, und die Antwort sollte lauten: “Mit Gold!” Was kam, war die Exklusiv-Version von Motorola’s V3i. Über die damaligen technischen Errungenschaften rede ich lieber nicht, denn dann wird es schnell lachhaft.
Mit dieser Markenhochzeit wurde gezeigt: Der Markt für Modepüppchen auf dem Handy-Markt ist da. Deshalb folgte nur knapp ein halbes Jahr später folgende Meldung:
LG heiratet Prada. “Nochmal eben das weltweit erste Touchscreen Handy raushauen”, war scheinbar die Devise – bevor Apple mit seinem iPhone um die Ecke kommen sollte. In den eineinhalb darauf folgenden Jahren verkaufte sich das LG Prada (bei Amazon erhältlich) mehr als eine Million mal (laut offizieller Pressemitteilung) und fast zur selben Zeit, wie uns diese Meldung erreichte, stellte man im Oktober 2008 bereits den Nachfolger, das LG Prada 2 (bei Amazon erhältlich), vor.
Im Juni 2007 sorgte Porsche für Aufsehen. Zum einen, weil ein Handy von Porsche Design vorgestellt wurde, zum anderen, weil der Partner hierfür SAGEM heißen sollte. Wie so ein deutsch-französischer Entwurf von der Öffentlichkeit aufgenommen wird, durften wir ja jüngst am Merkel-Sarkozy-Plan erfahren. Und auch der Porsche-Sagem-Plan, das Sagem P’9521 (bei Amazon erhältlich), hatte seinen Preis: 1200 Euro für ein Handy, das mit Markteinführung im Winter 2007 so schnell unterging wie eine Popstars-Band.
An den Erfolg von Prada und D&G anknüpfen wollte nun ein anderer: Giorgio Armani. Er führte im September 2007 Elektronik-Riese Samsung vor den Trau-Altar, machte aber auch von Anfang an klar, dass er mehr will. So fing man also bei einem Handy, dem SGH-P520 (bei Amazon erhältlich), an. Dies verkaufte man dann in den Armani-Stores, online und in ausgewählten Fachgeschäften zu einem Einführungs-Preis von 650 Euro.
Ende letzen Jahres, genauer gesagt im November 2008, enthüllte man dann die Pläne für ein neues modisches Stück Technik: Der Full HD Armani-Samsung TV. Nach eigenen Angaben hat sich der italienische Designer bei der Gestaltung des Fernsehers am Design seiner aktuellen Möbelkollektion Armani Casa orientiert. In 46 oder 52 Zoll kann man sich von nun an Armani-Technik mitten in das Wohnzimmer stellen. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 5299 Euro für das 46-Zoll-Modell und bei 6499 Euro für die größere Variante.

Im Dezember 2008, pünktlich zu Weihnachten, dann das nächste Armani-Samsung-Baby mit dem liebevollen Namen “Emporio Armani Samsung Night Effects” (bei Amazon erhältlich). Allerdings sollte man hier eher von einem Enkel oder Cousin der großen Kooperation sprechen, denn dieses schlichte Handy wurde von Emporio Armani gezeugt.
Dass Prada, D&G und Armani nun schon Handys gestalten durften, gefiel anscheinend dem Herrn Audigier nicht und somit traute auch er sich mit seiner Trend-Marke Ed Hardy und Sony Ericsson, eine Sonder-Edition des S500i zu gestalten. Die trendige “S500i Ed Hardy special edition” ist exklusiv bei The Phone House erhältlich.
Die aktuellste Vermählung verkündete Hugo Boss im Dezember 2008 und es wurde klar: Von Monogamie hält die Technikwelt nicht viel, denn das Boss Handy basiert ebenfalls auf einem beliebten Samsung, dem SGH-F480 (bei Amazon erhältlich). Verglichen mit den anderen Designer-Produkten hier ist der Einführungspreis von 499 Euro bei einer 5 Megapixel-Kamera und HSDPA sehr akzeptabel.
Wir sehen also: Wenn Designer sich an Technik wagen, kann die eine oder andere Erfolgsgeschichte geschrieben werden. Es können aber auch Träume metier-fremder Designer werden, die schnell zerplatzen. Wie es auch sein mag: Marken-Hochzeiten auf diesem Gebiet werden immer alltäglicher und wir dürfen gespannt sein, was uns die Zukunft noch beschert.
Was schwirrt in euren Köpfen? Was passiert in euren Vorstellungen, wenn Designer sich an Technik wagen? Ist es vielleicht die sprechende Mikrowelle von Gucci oder das rote Ferrari-Macbook? Schreibt eure Ideen in die Kommentare. Wir sind gespannt!





meinn iphone hat stil genug da muss nich noch das D und G mit drauf
“Wenn Designer sich an Technik wagen?”
klingt ziemlich abstrus, gibt es doch aus Designsparten, die sich NUR an Technik wagen > Industrial Design!
@dersella: Ja, natürlich gibt es das. Hier wollte ich mich einfach mal den gestandenen Mode-Designern widmen, die eben diese Markenhochzeiten eingehen.
Das Armani Handy sieht geil aus. Hat ein Freund von mir auch.
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